Machbarkeitsanalyse

Markus Meili hat in seiner Diplomarbeit in Informatik an der Fachhochschule Beider Basel unter der Betreuung von Prof. Dr. R. Gschwind und Dr. L. Rosenthaler von der Abteilung für Bild- und Medientechnologien der Universität Basel eine erste Umsetzung und Beschreibung von Distarnet vorgenommen.

Management Summary

Digitale Daten haben viele Vorteile. Sie lassen sich einfach kopieren und schnell über verschieden Kanäle transportieren. Die Speicherung ist flexibel und alterungsresistent auf diversen Medien möglich. Darüberhinaus brauchen sie wenig Speicherplatz, sind Komprimierbarkeit, können verschlüsselt und bearbeitet werden. Audio-visuelle Daten wie Film, Bilder oder Ton werden in absehbarer Zeit massiv zunehmen. Daher muss man sich Gedanken, wie sie zu organisieren und zu speichern sind. Bei letzterem geht es vor allem um langfristige, sichere Speicherung also Archivierung. Archive sind vielen Gefahren, wie Naturkatastrophen, menschlichem Versagen, Sabotage und Kriegen ausgesetzt. Die Verlustgefahr liesse sich allerdings durch redundantes Speichern an verschiedenen Orten, minimieren. Distarnet ist ein Konzept, von Dr. L. Rosenthaler und Prof. Dr. R. Gschwind, das sich mit der Archivierung von digitalen Daten auseinandersetzt. Die Idee ist, ein Computer-Netzwerk von Archiven zu bauen, welches auf der Peer-to-Peer Architektur basiert und das Internet als Transportkanal benutzt. Die Daten jedes Teilnehmers werden verschlüsselt und in diesem Archiv-Netz redundant verteilt. Langzeitarchivierung erfordert Resistenz des Systems gegen technologischen Wandel. Distarnet wird daher ein Protokoll, vergleichbar mit denen des Internet, zu Grunde liegen. Um die Lesbarkeit der Daten langfristig zu garantieren werden Metadaten, welche Kodierung, Formate und Verschlüsselungsalgorithmen beschreiben, den Daten hinzugefügt. Im Rahmen der Diplomarbeit war eine Simulation und Visualisierung von Distarnet zu erstellen, um Interessierten die Idee klar zu machen und den Systemarchitekten Schwierigkeiten eines realen System aufzuzeigen. Es wurde ein Protokoll, basierend auf XML, und eine Implementierung in Java realisiert. Dabei konnte gezeigt werden, dass das System grundsätzlich machbar ist. Darüberhinaus wurden wichtige Probleme, wie verteilter wechselseitiger Ausschluss, Faulttolerance, Routing und Verteilung erfasst und beschrieben. Die Realisierung von Distarnet, bedeutet eine grosse technische Herausforderung. Zudem müssen Probleme des Datenschutzes und der Datensicherheit interdisziplinär angegangen werden. Dabei können nicht nur die Probleme von digitalen Archiven sondern auch einige interessante Grundprobleme der Informatik und des Umgangs mit Daten gelöst werden.

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